Nachruf Mechthild Höcker

06.06.2020

Engagiert und ein wenig ruhelos, so haben viele Menschen Mechthild Höcker erlebt, als Lehrerin, Schulleiterin, Politikerin oder aber vor allem auch im Einsatz für ihr zur Heimat gewordenen Dorf Lette. Nun müssen wir Abschied für immer nehmen. Sie verstarb am 01. Juni im Alter von 76 Jahren. An der Seite ihres Mannes Josef – einer der Gründer der Partnerschaft Lette-Plerguer – erfuhr sie schon früh die schönen und wichtigen Seiten des Einsatzes für ein vereintes Europa. Sie schwärmte von dieser Partnerschaft und wusste stets einiges von dem Erlebten zu erzählen. Das Erlebte war sicher auch eine gute Motivation für den weiteren Einsatz in der Gesellschaft und im Besonderen auch der Politik, in der sie sich seit den beginnenden 80er Jahren engagierte. Viele Stationen gestaltete sie im Ortsverband Lette und Stadtverband Coesfeld der CDU mit. Dabei übernahm sie von 1987 bis 1995 Verantwortung als Vorstandsmitglied, davon auch einige Jahre als stellvertretende Vorsitzende. Die Unterstützung der Frauenunion in vielen Belangen war ihr ebenso ein Anliegen wie natürlich die konsequente Weiterentwicklung von Lette. 1989 folgte dann ihre erste Wahlperiode im Coesfelder Stadtrat. Und ihrer persönlichen, aber als Lehrerin auch beruflichen, Profession folgend, arbeitete sie in den Ausschüssen für Schule, Kultur, Jugend und Familie mit. Und selbstredend auch im Bezirksausschuss Lette. In der folgenden Legislaturperiode übernahm sie dessen Vorsitz und zu gleicher Zeit wählte die CDU-Fraktion Mechthild Höcker als Nachfolgerin von Heinrich Bruns an ihre Spitze. Bis 1999 gehörte sie dem Rat der Stadt an.

 In den folgenden Jahren verlegte sie Ihren Schwerpunkt in andere gesellschaftlich relevante Bereiche. Mit ihrer Erfahrung konnte sie den Förderverein St. Johannes e.V. als stellvertretende Vorsitzende bereichern und hat so manchen organisatorischen Schritt für die Kirchengemeinde in Lette begleitet.

Verantwortung übernehmen, lenken, leiten und organisieren ohne die Empathie für die Menschen zu verlieren – das konnte sie – und all diese Tugenden waren ihr auch hilfreich, in der Leitung der damaligen Droste-Hülshoff-Hauptschule in Rosendahl-Osterwick, die sie bis 2005 inne hatte. Als Schnittstelle zwischen den vielen Akteuren einer Schule zu agieren, sie mitzunehmen, einzubinden, daran hatte sie Spaß – auch wenn es manchmal schwer fiel.

Die letzten Jahre wurden ein wenig ruhiger, wenngleich sie noch im Frühjahr dieses Jahres bei der Aufstellungsversammlung der CDU Coesfeld für die Kommunalwahl mitwirkte und auch stetig die Entwicklungen in all den Tätigkeitsfeldern der Vergangenheit interessiert verfolgte. Wer sie in der Stadt traf, konnte immer auf einen interessanten Plausch gefasst sein. Wir alle, die mit ihr zusammen geschafft, gestaltet und sich auch auseinandergesetzt haben, werden Mechthild Höcker in guter Erinnerung behalten. Ruhe sie in der Gewissheit eines erfüllten Lebens in Gottes Frieden!
 
Thomas Bücking